Schreiben – aber keine neue Story

Aufgrund eines anstehenden beruflichen Wechsels hau‘ ich zwar reichlich in die Tasten – aber leider nicht im Sinne meiner Leser.

Ich werde ab August als Softwareentwickler arbeiten und habe dafür jede Menge zu lernen und zu erkunden. Wer mich begleitet will auf meiner Entdeckungsreise in die Welt der Frameworks, Codes und neue Technnologien, der kann mir in Zukunft hier folgen: www.tecblogonline.de

Die Seite dient mir einerseits dazu, neue Dinge auszuprobieren, andererseits dokumentiere ich auch gelegentlich das eine oder andere, das mir erwähnenswert erscheint. Das ist aber wahrlich nur was die totalen Tech-Nerds! XD

Und wann schreibe ich nun wieder an ’ner Story?

Dass mir hier keiner denkt, ich wolle das aufgeben – es ist nur etwas nach hinten verschoben. Der berufliche Wechsel, eine Familie mit kleinen Kindern, das ist schlicht keine günstige Zeit, um mit Ruhe und Muße an einer Geschichte zu schreiben.

Aber wenn es wieder ruhiger wird, lasse ich von mir hören. Da liegt noch was in der Schublade, das unbedingt fertig geschrieben will.

Cheerz, Sönke

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Software unter der Lupe: Scrivener

scrivener-logo

Wenn es um Schreibprogramme geht, die speziell auf die Bedürfnisse von Schriftsteller zugeschnitten sind, fallen meist mehrere Namen. Papyrus Autor zum Beispiel gehört mittlerweile zum Werkzeugkasten vieler Autoren, und das zurecht, denn der Umfang an Funktionen ist enorm.
Seit einiger Zeit drängt jedoch ein anderes Programm auf den Markt, das immer mal wieder Erwähnung findet. Zwar hauptsächlich im englischsprachigen Raum, aber seit ein paar Monaten gibt es die Software auch in deutscher Sprache, und sie findet zunehmend Zuspruch. Ein guter Grund, Scrivener mal unter die Lupe zu nehmen.

Scrivener

So sieht Scrivener aus; wobei sich am Layout einiges individualisieren lässt.

 

Was macht Scrivener anders?

Was bietet Scrivener der schreibenden Zunft, was Papyrus, Win Word, Ywriter und die vielen anderen, zum Teil sogar kostenlosen Schreibprogramme nicht bieten?  Und: Macht es überhaupt etwas besser?


(Eines vorweg: Wer das Programm selber testen möchte, kann das mit einer kostenlosen Probeversion machen. Diese bietet den gleichen Umfang wie die Vollversion, die Nutzung ist jedoch auf dreißig Tage beschränkt. Wohlbemerkt: nicht dreißig aufeinanderfolgende Tage, sondern reine Nutzungstage. Man kann also wirklich ganz in Ruhe testen.)


Um zu erklären, was Scrivener genau ist und was es im Einzelnen für uns Schreibende tun kann, ist es vielleicht hilfreich, sich vor Augen zu führen, wer die Zielgruppe ist. Denn eines ist klar: Wer ausschließlich kurze Texte verfasst, wie zum Beispiel übersichtliche Artikel oder Kurzgeschichten, der wird keinen Nutzen aus Scrivener ziehen.

Vielleicht wird er sich sogar ärgern, denn obwohl das Programm mittlerweile in deutscher Sprache erhältlich ist, sind es die implementierten Nachschlagewerke noch nicht alle. Wo also Papyrus‘ phänomenale Stärken liegen (auch wenn die Rechtschreibprüfung tadellos funktioniert, an die Qualitäten des Duden Korrekturs kommt sie nicht heran), krankt Scrivener (noch?). Das ist schade und für manche vielleicht auch ein K.O.-Kriterium. Was die Enttäuschung etwas schmälert, sind die im Programm eingebauten Direktverlinkungen zu Wikipedia, zur Dudenseite und zu Google. Eine Internetverbindung vorausgesetzt. Wer wie ich zwar hauptsächlich am heimischen Rechner tippt, aber auch gerne mal unterwegs am Laptop ohne Internetzugang, hat dann das Nachsehen.

Scriveners Stärken liegen woanders.
Wer an längeren Projekten und Manuskripten schreibt und dabei plottet, recherchiert, Informationen zusammen trägt, Datenbanken erstellt und Brainstormings schriftlich und projektbezogen festhält, stößt bei vielen Programmen schnell an die Grenzen der Übersichtlichkeit. Und hier kommt Scrivener ins Spiel. Ich schreibe derzeit an einem sehr umfangreichen Manuskript, und durch Scrivener kann ich absolut alles, was sich im Vorfeld und auch während des Schreibprozesses angesammelt hat, in einer einzigen Projektdatei speichern. Keine Ordner und Unterordner mehr, keine von Hand mühsam zusammengestellten Datenbanken mehr, keine Linksammlung im Browser zu diversen Themen und Googlemaps-Markierungen mit den Lokalitäten. Bei Scrivener ist alles an einem Ort, und das völlig homogen neben dem eigentlichen Text. Es ist so, wie man es sich als Schreiber wünscht: Der Text steht im Mittelpunkt, und rundherum befindet sich all das, was ich dafür brauche, und ich greife völlig intuitiv darauf zu, ohne den Arbeitsprozess zu unterbrechen.

Wie macht Scrivener das?

Der Bildschirm ist grundsätzlich in vier Bereiche eingeteilt.

Der wichtigste Bereich – der Text – befindet sich in der Mitte.

Srcivener_Textbereich

Das, worauf es wirklich ankommt, liegt bei Scrivener zentral.

Der Clou: Scrivener bietet eine Funktion, bei der man auf Klick nur noch den reinen Text auf dem Bildschirm sieht, sonst nichts, so dass Autor und Text ganz für sich alleine sind.

Scrivener_SchreibmodusSmall

Der Schreibmodus – ein Killer!

Es ist verblüffend, wie durch so eine simple Funktion die Produktivität gesteigert wird. Man sieht keine Uhr, die einen zur Eile drängt. Kein Browser, der einen zum Facebooken verleiten will, keine anderen Programme, die einen irgendwie ablenken wollen. Keine Notizzettel, Dokumentenstruktur, Recherchematerial. Alles weg. Und dann passiert etwas Eigenartiges: Komme ich an eine Stelle, an der ich normalerweise noch mal Google bemühen würde, weil ich mir zum Beispiel bei einer Schreibweise oder einem technischen Detail unsicher bin, und somit Gefahr laufe, mich in den Weiten des Internets zu verlieren, mache ich etwas anderes: Ich kennzeichne mir die Stelle zur Überarbeitung (wer es genau wissen will: Ich schreibe Recherche oder ??? hinter die entsprechende Stelle). Und dann schreibe ich einfach weiter und weiter und weiter. Und ich werde durch absolut nichts aus dem Schreibfluss gerissen. Ich schreibe dann so lange, bis ich meine, dass alles zu einer Szene gesagt ist. Das hat auch meine Art und Weise, wie ich mich ausdrücke und formuliere nachhaltig beeinflusst. Wie ich finde, zum Positiven.

Wenn dieser Modus nicht aktiv ist, stehen uns die üblichen Textformationen am oberen Rand zu verfügen, von der Schriftart bis hin zur Ausrichtung ist alles dabei.

Der obere Bereich

Am oberen Bildschirmrand finden wir die einzelnen Menüpunkte wie bei jedem Programm, darunter eine Leiste, auf der wir die am häufigst von uns benutzten Funktionen parken können. Das ist auch bei anderen Programmen Standard und wird von Scrivener grafisch hübsch umgesetzt. Und überhaupt kommt das Programm im Gegensatz zu so manchem Konkurrenzprogramm recht augenschmeichelnd daher.

Scrivener_obererBereich

Die Menü- und darunter die Symbolleiste

Der linke Bereich

Links auf dem Bildschirm, wo sich bei anderen Programmen häufig die Dokumentstruktur befindet, ist bei Scrivener gleich die komplette Projektstruktur hinterlegt. Das ist das eigentliche Herzstück des Programms.

Scrivener_linkerBereich

Das Herzstück von Scrivener

Hier können wir neben einzelnen Textdokumenten (die späteren Kapitel), die wir beliebig hin- und herschieben können, auch Datenblätter für Protagonisten anlegen (eine entsprechende Vorlage ist bereits dabei), oder auch welche für Örtlichkeiten und Gegenstände (wofür es ebenfalls Vorlagen gibt) oder irgendetwas anderes, sofern wir es brauchen. Unserer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Wir schreiben einen Fantasyroman mit eigenem Magiesystem und Zaubern? Machen wir uns doch ein Zauberbuch, in dem wir die einzelnen Sprüche mit den jeweiligen Auswirkungen hinterlegen. Oder wie wäre es mit einem eigenen Ordner für technische Errungenschaften in einem Science Fiction-Roman? Ein Monsterkompendium? Alles ist möglich. So habe ich mir eigens einen Brainstorming-Ordner angelegt und den jeweiligen Ideen ein eigenes Datenblatt zugeteilt. Dann habe ich einen Bilderordner, denn auch das geht so einfach, wie man es sich nur vorstellen kann: Während meiner Recherche habe ich vor Ort Fotos geschossen und die dann einfach per Drag & Drop in Scrivener reingezogen. Das geht übrigens auch mit allen anderen Bildern, die man zum Beispiel im Internet findet (sogar mit ganzen Internetseiten). Das ist auch interessant für die Protagonistendatenbank (Porträts) oder für eine, in der Gegenstände hinterlegt sind oder Orte, die man nicht selbst bereist hat. Auch hier: Screenshot bei Google Maps machen und einfach in Scrivener rüberziehen. Schon hat man von allen Handlungsorten eine geographische Übersicht.

Scrivener_Maps

Ein Screenshot von Google Maps als Bilddatei hinterlegt. Per Klick zur Verfügung, ganz ohne erst den Webbrowser und dann den Link zu öffnen

Wie gesagt lässt sich mit diesem Tool so ziemlich alles realisieren, was man nur möchte. Mit einer Symbolsammlung und individuellen Farbgestaltung und unterschiedlichen Statuszuteilungen (z.B. First Draft, To Do, Final Draft) lassen sich all diese Dinge bis zum Gehtnichtmehr dem persönlichen Geschmack und eigenen Verständnis von Ordnung individualisieren.
Und anschließend hat man mit nur einem Klick Zugriff auf all diese Informationen. Alles an einer Stelle, direkt neben dem Text. Mehr Übersichtlichkeit und Effizienz geht nicht.

Die Pinnwand

Doch wir können noch mehr machen mit Scrivener. Ist die linke Seite im Grunde genommen nach der klassischen Baumstruktur aufgebaut, haben wir noch auf einem anderen Weg Zugriff auf unsere Daten. Wählen wir den jeweiligen Hauptordner an, wie z.B. das Hauptmanuskript, oder „Protagonisten“ oder „Orte“, verschwindet der Text in der Mitte und macht einer Korkwand platz

Scrivener_Pinnwand

Die bisherigen Kapitel in der Pinnwand – Übersicht

Auf diese sind sämtliche Datensätze, die wir im Ordner angelegt haben, geheftet. Hier können wir diesen Datensätzen (z.B. Kapiteln, Protagonisten, Orten usw.) Kurzbeschreibungen verpassen und sie nach Belieben in der Reihenfolge verschieben. Wir können Farben verändern, oder den Status. Und vieles mehr.

Scrivener_Pinnwand2

Meine Recherchefotos auf der Pinnwand.

 

Der rechte Bereich

Verlassen wir die Korkwand aber wieder und kehren zum Text zurück. Der rechte Bereich enthält die Zusatzinformationen der jeweiligen Datei, die wir gerade geöffnet haben. Bei einem Kapitel wären das zum Beispiel Status (To Do, First Draft …), Farbe (ich zum Beispiel markiere mir unterschiedliche Zeitstränge mit anderen Farben), eine Kurzinfo, Zusammenfassung oder Notizen, die wir angelegt haben. Aber auch Bilder, die wir hinterlegt haben. Und auch hier können wir das wieder alles editieren. Außerdem können wir uns hier Projektnotizen anzeigen lassen, oder Schlüsselwörter und Metadaten, Kommentare und Fußnoten.

Scrivener_rechterBereich

Wie jeden Bereich auch, kann man diesen hier nach Belieben ein- und ausblenden. Und die Größe anpassen.

Kurzum: Bei Scrivener lässt sich viel einstellen. Aber dadurch wird es nicht unübersichtlich. Denn diese Einstellungs- und Eingabemöglichkeiten stehen uns an vielen Stellen des Programms zur Verfügung, so dass wir nicht danach suchen müssen. Vieles passiert bei Scrivener intuitiv, damit wir uns auf den Text konzentrieren können. Scrivener versteht sich als Assistent, der uns das Drumherum abnimmt und für Ordnung und Übersicht sorgt. Und sich zurückzieht, wenn er nicht gebraucht wird, um uns nicht zu stören.
Ergänzt wird das Ganze durch viele nützliche Zusatzfunktionen, wie verschiedene Ausgabeformate (z.B. als Normseite) auf Knopfdruck und diverse statistische Anzeigen. Für mich, der seit vielen Jahren mit einem zu erfüllenden Tagespensum arbeitet, ist zum Beispiel folgende Funktion sehr hilfreich: „Projekt Ziele“ zeigt mir auf Klick an, wie viele Wörter ich während der laufenden Sitzung geschrieben habe, und wie viel mir bis zum Tagespensum noch fehlen (oder wie viele ich drüber bin). Wenn ich einer der Autoren wäre, die schon im Vorfeld wissen, wie viele Wörter das Projekt am Ende haben soll, könnte ich zusätzlich ein Gesamtziel eintragen und bekomme sowohl als Zahl als auch als grafischen Strahl angezeigt, wie weit ich noch von diesem Ziel entfernt bin. Ganz hilfreich auch für Kurzgeschichten und Wettbewerbe, bei denen es Vorgaben für die Textlänge gibt.

 

Persönliches Fazit

Ich schreibe die Rohfassung meiner Manuskripte jetzt mit Scrivener. Und zwar so weit, bis ich mir sicher bin, dass sich an der inneren Struktur des Textes nicht mehr viel ändern wird. Erst dann erfolgt der Feinschliff des Textes in Papyrus Autor. Und natürlich in vielen, vielen Überarbeitungen per Hand, denn das kann einem kein Programm der Welt abnehmen: Text ausdrucken, aufs Sofa hauen oder raus in die Sonne und dort mit einem Stift völlig oldschool auf Fehler- und Textschwächensuche gehen.
So mache ich es. Jeder macht es anders. Aber ich empfehle jedem, der sich ein wenig mehr Übersichtlichkeit in seinen Projekten wünscht, oder der glaubt, sein Workflow könnte noch Optimierung vertragen, mal einen Blick auf Scrivener zu werfen.
Den Preis von rund vierzig Euro empfinde ich dabei, gemessen am Umfang, übrigens als recht günstig. Wer täglich schreibt, investiert gerne ein paar Mücken in eine Optimierung.

 


Alle hier abgebildeten Screenshots stammen aus dem Manuskript, an dem ich aktuell schreibe.


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Lest auch meine anderen Artikel für Vielschreiber.

Hardware unter der Lupe: Cherry MX Board 3.0

Ist Cherry tatsächlich Meister seines Fachs?

Die Firma Cherry stellt neben den MX-Tastenschaltern, die in den meisten mechanischen Tastaturen verbaut sind, auch Tastaturen als solche her. Diese Keyboards sind aber nicht nur in der Industrie zu finden, zum Beispiel in Büros und Krankenhäusern (wo u.a. ihre Tastaturen mit integrierten Kartenlesegeräten zum Einsatz kommen), sondern auch bei Vielschreibern und versierten Gamern liegen sie auf dem Schreibtisch. Denn wer sollte die Kunst, ein mechanisches Keyboard herzustellen, besser beherrschen als die Firma, welche die etabliertesten Tastenschalter dafür herstellt?

Das MX Board 3.0

Cherry MX Board 3.0

An dieser Stelle vielen Dank an Cherry für das Bereitstellen eines Testexemplars mit den von mir präferierten braunen Switches.

 

Das MX Board 3.0 ist nach Wunsch mit blauen, braunen, schwarzen und roten Schaltern erhältlich. Wo die Unterschiede liegen, könnt ihr hier nachlesen.

Zwei Aspekte, die ganz besonders hervorstechen

Zum einen bietet Cherry das Board im unteren Preissegmet an, aktuell ist es für rund 60 Euro zu haben. Günstiger geht es bei mechanischen Tastaturen kaum. Somit ist es im Moment das Einsteigermodell schlechthin.

Des Weiteren fällt beim ersten Blick auf, dass die Produktreihe als Einzige ihrer Art mit flachen Tastenkappen daherkommt. Wer also überlegt, sich eine mechanische Tastatur zuzulegen, aber von der enormen Tastenhöhe abgeschreckt ist, kann hier relativ kostengünstig in die Welt der Mechas reinschnuppern, ohne sich zumindest optisch großartig umgewöhnen zu müssen.

Flache Tasten, das gibt es nur bei der Mecha von Cherry.

Flache Tasten – das gibt es nur bei den Mechas von Cherry.

Doch damit gibt man sich bei Cherry nicht zufrieden.

Obendrein ist das Gesamtkonzept der Tastatur äußert ausgewogen und lässt auch für Profis kaum Wünsche offen. Was man bei diesem Preis natürlich nicht erwarten darf, ist eine Hintergrundbeleuchtung. Auch einen USB- oder Kopfhöreranschluss gibt es nicht. Dafür aber alle anderen Features, die sich bei anderen Modellen bisher bewährt und als sehr nützlich erwiesen haben.

Zum einen wäre da das USB-Kabel, das man an der Tastatur selbst abkoppeln kann. Das erleichtert den Auf- und Abbau ungemein und im Falle eines Transportes lässt sich das Keyboard dadurch besser verstauen. Und bei einem Kabelbruch braucht nicht direkt eine komplett neue Tastatur her.

Praktisch: Das USB-Kabel lässt sich von der Tastatur selbst trennen.

Praktisch: Das USB-Kabel lässt sich von der Tastatur selbst trennen.

Außerdem: Alle Tasten sind an seinem gewohnten Platz. Wie ich ja inzwischen weiß, ist das nicht unbedingt bei allen Tastaturen so, deswegen erwähne ich es. Ergänzt wird dieser Standard durch zusätzliche Tasten, die sich völlig homogen in das Design einfügen, und zwar am rechten oberen Rand. Eine für lauter, eine für leiser, eine für stumm. Und die Letzte, bei der es sich um einen Home-Button handelt (für den Browser), und die bei gedrückter Strg-Taste in zweiter Funktion auch als An- und Ausschalter der Windowstaste dient, was vor allem für Gamer interessant sein dürfte. Ob die Windowstasten ein-, bzw. ausgeschaltet sind, zeigt ein kleines grünes Licht an selbigen an.

Apropos Licht: Am oberen Rand, direkt an der Stelle, wo rückwärtig das USB-Kabel angestöpselt wird, befindet sich das Firmenlogo, das weiß leuchtet, wenn der Rechner eingeschaltet ist.

Die Tastatur steht sicher auf großen Gummimatten. Wenn die Standfüße also nicht ausgeklappt sind, ist es sogar mit blanker Absicht geradezu unmöglich, die Tastatur zu verrücken.

Sind die Standfüße allerdings ausgeklappt, verliert die ganze Geschichte deutlich an Rutschfestigkeit. Aber nur, wenn man es drauf anlegt. Selbst wer beim Tippen mit Schmackes in die Tasten haut oder während eines Videogames zu hart auf die Tube drückt, dem wird das Board nicht verrutschen.

Da rutscht nix, wenn die Füße eingeklappt sind.

Da rutscht nix, wenn die Füße eingeklappt sind.

Aber wie tippt es sich denn nun auf einer mechanischen Tastatur mit flachen Tasten?

Streng genommen wie auf einer mit hohen – logischerweise. Schließlich bedienen wir Tastaturen von oben, weswegen die Höhe an sich erst mal keine Rolle spielt. Berücksichtigen sollte man vielleicht, dass man bei längeren Schreibsessions auf einer hohen Tastatur jedoch eher dazu neigt, in eine Handballenauflage zu investieren. Hier geht es auch ohne. Wer allerdings nicht drauf verzichten mag, der bekommt für einen Aufpreis eine speziell auf das Board zugeschnittene Auflage mitgeliefert. Da mir diese jedoch nicht vorliegt, kann ich dazu keine Aussage treffen.

Und auch ohne Auflage tippt es sich erhaben auf dem MX Board 3.0. Man spürt die Qualität der Tastatur bei jedem einzelnen Anschlag. Sie ist zwar aufgrund Preis und Konzeption ein typisches Einsteigermodell, aber auch weitaus mehr als das. Aufbau, Design und Konzept – in vielen Bereichen ist das Board schlicht besser als die (teurere) Konkurrenz. Cherry beweist hiermit eindrucksvoll, dass die Firma, die Tastenschalter für mechanische Tastaturen herstellt, auch die Firma ist, die die Kunst der Herstellung einer mechanischen Tastatur perfekt beherrscht.

Und für diejenigen, die begeistert von dem MX Board 3.0 sind, aber gerne auch ein paar Euro mehr ausgeben, um noch mehr Luxus zu erhalten, hält Cherry ein spezielles Exemplar bereit: das MX Board 6.0. Mit Metallgehäuse, magnetischer Handballenauflage, Hintergrundbeleuchtung und einer Technologie, die die Tastatur noch schneller machen soll.


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Lest auch meine anderen Artikel für Vielschreiber.

Hardware unter der Lupe: Cooler Master Quickfire TK

Innovation oder Rohrkrepierer?

Die Cooler Master Quickfire TK kommt mit einer innovativ anmutenden Idee daher, um Platz auf dem Schreibtisch zu schaffen: Sie lässt den mittleren Tastenblock (den mit den Pfeiltasten und mit Einfg, Entf, Druck usw.) weg, beziehungsweise integriert diesen als umschaltbare Funktionstasten in den rechten Tastenblock (der mit den Zahlen). Aber funktioniert das auch in der Praxis?

Hier erstmal ein paar Daten zur Quickfire TK:

Es ist eine mechanische Tastatur, die nach Wunsch mit blauen, braunen und roten Cherry MX-Schaltern erhältlich ist (im Test befindet sich die Variante mit blauen Schaltern).

Sie hat eine Hintergrundsbeleuchtung, die je nach Modell farblich variiert. Bei dem Modell mit blauen Cherry MX-Schaltern ist sie blau, bei dem Modell mit braunen Schaltern weiß und bei dem mit roten Schaltern leuchtet sie passenderweise rot.

Dabei verfügt sie über mehrere Beleuchtungsmodi und -stärken:

Quickfire TK WASD

In diesem Lichtmodus sind nur die WASD – und die Pfeiltasten beleuchtet. Eindeutig für die Gamer gedacht.

Quickfire TK - Vollbeleuchtung schwach

Vollbeleuchtung bei geringster Lichtstärke. Mächtig cool.

Quickfire TK Vollbeleuchtung max

Vollbeleuchtung mit maximaler Lichtstärke. Erblindungsgefahr.

Der dritte Modus lässt sich in Bilder nicht darstellen, da die Tasten an- und abschwellend leuchten, von geringster zu vollster Beleuchtungsstärke und wieder zurück. Nett anzusehen, in der Praxis aber eher störend.

Das Gehäuse macht einen sehr robusten Eindruck, da knarzt nichts, und einen Sturz sollte das Gerät mit einem müden Gähnen wegstecken (habe ich aber nicht ausprobiert).

Die ausklappbaren Standfüße sind gummiert, so dass die Tastatur auch bei ernergischer Bedienung nicht über den Schreibtisch rutscht.

Die F-Tasten sind doppelt belegt, wobei man die zweiten Funktionen mit der bei Laptops üblichen fn-Taste ansteuert. So kann man hier zum Beispiel die Beleuchtung der Tastatur einstellen, oder den Mediaplayer bedienen. Außerdem gibt es noch eine Taste, die die Windowstaste sperrt, worüber sich vor allem Gamer freuen sollten, da so mitten im Gefecht ein versehentliches Drücken der Taste vermieden werden kann.

Das USB-Kabel ist stoffummantelt und lässt sich an der Tastatur selbst abziehen. Außerdem verfügt die Rückseite über mehrere Führungskanäle, die es erlauben, das Kabel auf der gewünschten Seite aus der Tastatur laufen zu lassen.

Quickfire TK Rückseite

Aber wie funktioniert das nun mit der doppelten Belegung des Zahlenblocks?

Ist die Num-Taste nicht aktiviert, können wir wie gewohnt den Zahlenblock benutzen. Ist Num jedoch eingeschaltet, kommen wir an die zweiten Funktionen heran: Die Pfeiltasten, Entf, Einfg, Pos1, Ende, Druck usw. Also quasi an den fehlenden Tastenblock.

Quickfire TK Zahlenblocl

Der kombinierte Tastenblock

 

Wie gut klappt das in der Praxis?

Erstmal muss man sich an die Anordnung der Tasten gewöhnen, insbesondere die Entf-Taste befindet sich nicht exakt an der Stelle, wo sie auf Standard-Tastaturen zu finden ist, sondern ein wenig tiefer. Das führt anfangs dazu, dass man sich oft verhaut und statt Entf zum Beispiel Einfg erwischt. Hat man sich daran gewöhnt, kommt es dennoch zu dem Phänomen, dass man das Gefühl hat, dass immer genau die Tasten aktiviert sind, die man gerade nicht braucht. Im Schreibfluss merkt man sich nämlich nicht, ob die Num-Taste nun beim letzten Benutzen des Blocks aktiviert oder deaktiviert war. Somit erwischt man schon ab und zu die falsche Taste (sagen wir, wir wollten etwas mit Entf löschen. Heraus kommt aber 4.), kann seinen Fehler aber nicht direkt korrigieren. Denn jetzt müssen wir erstmal Num drücken. Und dann zweimal Entf drücken (die 4 wieder weg und dann das, was wir ursprünglich löschen wollten). Kurze Zeit später will man die 9 drücken. Bekommt aber durch die vorangegangene Aktion die Funktion der Taste Bild hoch. Und nun kommt man natürlich völlig raus.

Ich habe es letztlich nicht geschafft, mich in diese Funktion einzufinden. Was sehr schade ist, denn ansonsten ist die Quickfire eine wirklich hervorragende Tastatur zu einem recht erschwinglichen Preis (für eine mechanische Tastatur) von derzeit rund 80 Euro.

Aber da gibt es noch etwas, das mich gestört hat:

Die fn-Taste ist mit einer Einrastfunktion versehen. Wenn man sie ein paar Sekunden am Stück drückt, bleibt sie aktiviert. Was das in der Praxis bedeutet:

Angenommen, ich möchte die Lautstärke regulieren. Dafür muss ich die fn-Taste und F10 drücken. Die Lautstärke sinkt zwar, aber da es natürlich etwas dauern kann, bis ich die gewünschte Lautstärke erreicht habe, aktiviere ich zudem versehentlich die Einrastfunktion der fn-Taste. Nun möchte ich gerne das aktuell geöffnete Programm schließen. Ich drücke also Alt und F4 zusammen. Und ändere den Lichtmodus der Tastatur, was ich gar nicht wollte.

Bei allem Komfort, aller Stabilität, schicker Beleuchtung und toller Tastenschalter – die gestiegene Fehlerquote rechtfertigt nicht die Platzersparnis, die man durch die Doppelbelegung erhält.

Auch wenn ich sonst von der Verarbeitung und Qualität der Quickfire TK sehr angetan bin, mit dem doppelt belegten Zahlenblock und der einrastenden fn-Taste bin ich nicht zurecht gekommen. Ich kann mir zwar durchaus vorstellen, dass ein Gamer mit einem kleinen Schreibtisch viel Spaß mit dieser Tastatur haben könnte, für Vielschreiber ist sie allerdings definitiv nichts.

(Zum Glück gibt es aber auch ein Modell der Tastatur ohne dem „TK“ hinten dran, das alle Tasten dort sitzen hat, wo sie hingehören.)

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