Hardware unter der Lupe: Cherry MX Board 3.0

Ist Cherry tatsächlich Meister seines Fachs?

Die Firma Cherry stellt neben den MX-Tastenschaltern, die in den meisten mechanischen Tastaturen verbaut sind, auch Tastaturen als solche her. Diese Keyboards sind aber nicht nur in der Industrie zu finden, zum Beispiel in Büros und Krankenhäusern (wo u.a. ihre Tastaturen mit integrierten Kartenlesegeräten zum Einsatz kommen), sondern auch bei Vielschreibern und versierten Gamern liegen sie auf dem Schreibtisch. Denn wer sollte die Kunst, ein mechanisches Keyboard herzustellen, besser beherrschen als die Firma, welche die etabliertesten Tastenschalter dafür herstellt?

Das MX Board 3.0

Cherry MX Board 3.0

An dieser Stelle vielen Dank an Cherry für das Bereitstellen eines Testexemplars mit den von mir präferierten braunen Switches.

 

Das MX Board 3.0 ist nach Wunsch mit blauen, braunen, schwarzen und roten Schaltern erhältlich. Wo die Unterschiede liegen, könnt ihr hier nachlesen.

Zwei Aspekte, die ganz besonders hervorstechen

Zum einen bietet Cherry das Board im unteren Preissegmet an, aktuell ist es für rund 60 Euro zu haben. Günstiger geht es bei mechanischen Tastaturen kaum. Somit ist es im Moment das Einsteigermodell schlechthin.

Des Weiteren fällt beim ersten Blick auf, dass die Produktreihe als Einzige ihrer Art mit flachen Tastenkappen daherkommt. Wer also überlegt, sich eine mechanische Tastatur zuzulegen, aber von der enormen Tastenhöhe abgeschreckt ist, kann hier relativ kostengünstig in die Welt der Mechas reinschnuppern, ohne sich zumindest optisch großartig umgewöhnen zu müssen.

Flache Tasten, das gibt es nur bei der Mecha von Cherry.

Flache Tasten – das gibt es nur bei den Mechas von Cherry.

Doch damit gibt man sich bei Cherry nicht zufrieden.

Obendrein ist das Gesamtkonzept der Tastatur äußert ausgewogen und lässt auch für Profis kaum Wünsche offen. Was man bei diesem Preis natürlich nicht erwarten darf, ist eine Hintergrundbeleuchtung. Auch einen USB- oder Kopfhöreranschluss gibt es nicht. Dafür aber alle anderen Features, die sich bei anderen Modellen bisher bewährt und als sehr nützlich erwiesen haben.

Zum einen wäre da das USB-Kabel, das man an der Tastatur selbst abkoppeln kann. Das erleichtert den Auf- und Abbau ungemein und im Falle eines Transportes lässt sich das Keyboard dadurch besser verstauen. Und bei einem Kabelbruch braucht nicht direkt eine komplett neue Tastatur her.

Praktisch: Das USB-Kabel lässt sich von der Tastatur selbst trennen.

Praktisch: Das USB-Kabel lässt sich von der Tastatur selbst trennen.

Außerdem: Alle Tasten sind an seinem gewohnten Platz. Wie ich ja inzwischen weiß, ist das nicht unbedingt bei allen Tastaturen so, deswegen erwähne ich es. Ergänzt wird dieser Standard durch zusätzliche Tasten, die sich völlig homogen in das Design einfügen, und zwar am rechten oberen Rand. Eine für lauter, eine für leiser, eine für stumm. Und die Letzte, bei der es sich um einen Home-Button handelt (für den Browser), und die bei gedrückter Strg-Taste in zweiter Funktion auch als An- und Ausschalter der Windowstaste dient, was vor allem für Gamer interessant sein dürfte. Ob die Windowstasten ein-, bzw. ausgeschaltet sind, zeigt ein kleines grünes Licht an selbigen an.

Apropos Licht: Am oberen Rand, direkt an der Stelle, wo rückwärtig das USB-Kabel angestöpselt wird, befindet sich das Firmenlogo, das weiß leuchtet, wenn der Rechner eingeschaltet ist.

Die Tastatur steht sicher auf großen Gummimatten. Wenn die Standfüße also nicht ausgeklappt sind, ist es sogar mit blanker Absicht geradezu unmöglich, die Tastatur zu verrücken.

Sind die Standfüße allerdings ausgeklappt, verliert die ganze Geschichte deutlich an Rutschfestigkeit. Aber nur, wenn man es drauf anlegt. Selbst wer beim Tippen mit Schmackes in die Tasten haut oder während eines Videogames zu hart auf die Tube drückt, dem wird das Board nicht verrutschen.

Da rutscht nix, wenn die Füße eingeklappt sind.

Da rutscht nix, wenn die Füße eingeklappt sind.

Aber wie tippt es sich denn nun auf einer mechanischen Tastatur mit flachen Tasten?

Streng genommen wie auf einer mit hohen – logischerweise. Schließlich bedienen wir Tastaturen von oben, weswegen die Höhe an sich erst mal keine Rolle spielt. Berücksichtigen sollte man vielleicht, dass man bei längeren Schreibsessions auf einer hohen Tastatur jedoch eher dazu neigt, in eine Handballenauflage zu investieren. Hier geht es auch ohne. Wer allerdings nicht drauf verzichten mag, der bekommt für einen Aufpreis eine speziell auf das Board zugeschnittene Auflage mitgeliefert. Da mir diese jedoch nicht vorliegt, kann ich dazu keine Aussage treffen.

Und auch ohne Auflage tippt es sich erhaben auf dem MX Board 3.0. Man spürt die Qualität der Tastatur bei jedem einzelnen Anschlag. Sie ist zwar aufgrund Preis und Konzeption ein typisches Einsteigermodell, aber auch weitaus mehr als das. Aufbau, Design und Konzept – in vielen Bereichen ist das Board schlicht besser als die (teurere) Konkurrenz. Cherry beweist hiermit eindrucksvoll, dass die Firma, die Tastenschalter für mechanische Tastaturen herstellt, auch die Firma ist, die die Kunst der Herstellung einer mechanischen Tastatur perfekt beherrscht.

Und für diejenigen, die begeistert von dem MX Board 3.0 sind, aber gerne auch ein paar Euro mehr ausgeben, um noch mehr Luxus zu erhalten, hält Cherry ein spezielles Exemplar bereit: das MX Board 6.0. Mit Metallgehäuse, magnetischer Handballenauflage, Hintergrundbeleuchtung und einer Technologie, die die Tastatur noch schneller machen soll.


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2 Gedanken zu “Hardware unter der Lupe: Cherry MX Board 3.0

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