Hardware unter der Lupe: Cooler Master Quickfire TK

Innovation oder Rohrkrepierer?

Die Cooler Master Quickfire TK kommt mit einer innovativ anmutenden Idee daher, um Platz auf dem Schreibtisch zu schaffen: Sie lässt den mittleren Tastenblock (den mit den Pfeiltasten und mit Einfg, Entf, Druck usw.) weg, beziehungsweise integriert diesen als umschaltbare Funktionstasten in den rechten Tastenblock (der mit den Zahlen). Aber funktioniert das auch in der Praxis?

Hier erstmal ein paar Daten zur Quickfire TK:

Es ist eine mechanische Tastatur, die nach Wunsch mit blauen, braunen und roten Cherry MX-Schaltern erhältlich ist (im Test befindet sich die Variante mit blauen Schaltern).

Sie hat eine Hintergrundsbeleuchtung, die je nach Modell farblich variiert. Bei dem Modell mit blauen Cherry MX-Schaltern ist sie blau, bei dem Modell mit braunen Schaltern weiß und bei dem mit roten Schaltern leuchtet sie passenderweise rot.

Dabei verfügt sie über mehrere Beleuchtungsmodi und -stärken:

Quickfire TK WASD

In diesem Lichtmodus sind nur die WASD – und die Pfeiltasten beleuchtet. Eindeutig für die Gamer gedacht.

Quickfire TK - Vollbeleuchtung schwach

Vollbeleuchtung bei geringster Lichtstärke. Mächtig cool.

Quickfire TK Vollbeleuchtung max

Vollbeleuchtung mit maximaler Lichtstärke. Erblindungsgefahr.

Der dritte Modus lässt sich in Bilder nicht darstellen, da die Tasten an- und abschwellend leuchten, von geringster zu vollster Beleuchtungsstärke und wieder zurück. Nett anzusehen, in der Praxis aber eher störend.

Das Gehäuse macht einen sehr robusten Eindruck, da knarzt nichts, und einen Sturz sollte das Gerät mit einem müden Gähnen wegstecken (habe ich aber nicht ausprobiert).

Die ausklappbaren Standfüße sind gummiert, so dass die Tastatur auch bei ernergischer Bedienung nicht über den Schreibtisch rutscht.

Die F-Tasten sind doppelt belegt, wobei man die zweiten Funktionen mit der bei Laptops üblichen fn-Taste ansteuert. So kann man hier zum Beispiel die Beleuchtung der Tastatur einstellen, oder den Mediaplayer bedienen. Außerdem gibt es noch eine Taste, die die Windowstaste sperrt, worüber sich vor allem Gamer freuen sollten, da so mitten im Gefecht ein versehentliches Drücken der Taste vermieden werden kann.

Das USB-Kabel ist stoffummantelt und lässt sich an der Tastatur selbst abziehen. Außerdem verfügt die Rückseite über mehrere Führungskanäle, die es erlauben, das Kabel auf der gewünschten Seite aus der Tastatur laufen zu lassen.

Quickfire TK Rückseite

Aber wie funktioniert das nun mit der doppelten Belegung des Zahlenblocks?

Ist die Num-Taste nicht aktiviert, können wir wie gewohnt den Zahlenblock benutzen. Ist Num jedoch eingeschaltet, kommen wir an die zweiten Funktionen heran: Die Pfeiltasten, Entf, Einfg, Pos1, Ende, Druck usw. Also quasi an den fehlenden Tastenblock.

Quickfire TK Zahlenblocl

Der kombinierte Tastenblock

 

Wie gut klappt das in der Praxis?

Erstmal muss man sich an die Anordnung der Tasten gewöhnen, insbesondere die Entf-Taste befindet sich nicht exakt an der Stelle, wo sie auf Standard-Tastaturen zu finden ist, sondern ein wenig tiefer. Das führt anfangs dazu, dass man sich oft verhaut und statt Entf zum Beispiel Einfg erwischt. Hat man sich daran gewöhnt, kommt es dennoch zu dem Phänomen, dass man das Gefühl hat, dass immer genau die Tasten aktiviert sind, die man gerade nicht braucht. Im Schreibfluss merkt man sich nämlich nicht, ob die Num-Taste nun beim letzten Benutzen des Blocks aktiviert oder deaktiviert war. Somit erwischt man schon ab und zu die falsche Taste (sagen wir, wir wollten etwas mit Entf löschen. Heraus kommt aber 4.), kann seinen Fehler aber nicht direkt korrigieren. Denn jetzt müssen wir erstmal Num drücken. Und dann zweimal Entf drücken (die 4 wieder weg und dann das, was wir ursprünglich löschen wollten). Kurze Zeit später will man die 9 drücken. Bekommt aber durch die vorangegangene Aktion die Funktion der Taste Bild hoch. Und nun kommt man natürlich völlig raus.

Ich habe es letztlich nicht geschafft, mich in diese Funktion einzufinden. Was sehr schade ist, denn ansonsten ist die Quickfire eine wirklich hervorragende Tastatur zu einem recht erschwinglichen Preis (für eine mechanische Tastatur) von derzeit rund 80 Euro.

Aber da gibt es noch etwas, das mich gestört hat:

Die fn-Taste ist mit einer Einrastfunktion versehen. Wenn man sie ein paar Sekunden am Stück drückt, bleibt sie aktiviert. Was das in der Praxis bedeutet:

Angenommen, ich möchte die Lautstärke regulieren. Dafür muss ich die fn-Taste und F10 drücken. Die Lautstärke sinkt zwar, aber da es natürlich etwas dauern kann, bis ich die gewünschte Lautstärke erreicht habe, aktiviere ich zudem versehentlich die Einrastfunktion der fn-Taste. Nun möchte ich gerne das aktuell geöffnete Programm schließen. Ich drücke also Alt und F4 zusammen. Und ändere den Lichtmodus der Tastatur, was ich gar nicht wollte.

Bei allem Komfort, aller Stabilität, schicker Beleuchtung und toller Tastenschalter – die gestiegene Fehlerquote rechtfertigt nicht die Platzersparnis, die man durch die Doppelbelegung erhält.

Auch wenn ich sonst von der Verarbeitung und Qualität der Quickfire TK sehr angetan bin, mit dem doppelt belegten Zahlenblock und der einrastenden fn-Taste bin ich nicht zurecht gekommen. Ich kann mir zwar durchaus vorstellen, dass ein Gamer mit einem kleinen Schreibtisch viel Spaß mit dieser Tastatur haben könnte, für Vielschreiber ist sie allerdings definitiv nichts.

(Zum Glück gibt es aber auch ein Modell der Tastatur ohne dem „TK“ hinten dran, das alle Tasten dort sitzen hat, wo sie hingehören.)

 Lest auch auch meine anderen Artikel für Vielschreiber.

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